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Gender

Gender in der Krise?

25.05.2010 | Die Expertise “Gender in der Finanz- und Wirtschaftskrise” für die HBS thematisiert die beschäftigungsrelevante Aspekte in den Konjunkturpaketen der Bundesregierung für Frauen und Männer.

Als Intervention auf die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Bundesregierung zwei Konjunkturpakete mit insgesamt 193 Mrd. Euro verabschiedet. Da eines der Ziele die Sicherung der Beschäftigung ist, stellt sich unter Gendergesichtspunkten die Frage, wie sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen und Männer davon begünstigt oder benachteiligt sind.

Zusammengefasst sind die Ergebnisse von Dr. Gabriele Schambach:

  • Die Konjunkturpakete kommen überwiegend Branchen mit höherem Männer- als Frauenanteil zugute. Zugespitzt können zu 72 Prozent männliche und zu 28 Prozent weibliche Beschäftigte begünstigt sein.
  • Trotz der beschäftigungsrelevanten Maßnahmen der Konjunkturpakete ging die Beschäftigung in den geförderten männerdominierten Branchen 2009 zurück.
  • Auch ohne stützende Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen nahm die Beschäftigung in frauendominierten Wirtschaftszweigen beziehungsweise Branchen zu.
  • Der als moderat bezeichnete Rückgang der Beschäftigung in der Krisenzeit ist unter anderem auf die Entstehung neuer (zum Teil Teilzeit- und geringfügiger) Beschäftigung in frauendominierten und konjunkturunabhängigen Wirtschaftszweigen zurückzuführen, die von den Konjunkturpaketen nicht erfasst wurden.
  • Es ist zu befürchten, dass die frauentypischen Branchen zeitversetzt von der Wirtschaftskrise betroffen sein werden, wenn steuerliche Mindereinnahmen der öffentlichen Hand und nachlassende Binnennachfrage aufgrund steigender Arbeitslosigkeit zu Sparmaßnahmen führen.

Mit dem Auslaufen vieler Maßnahmen der Konjunkturpakete Ende 2010 ist es jetzt von Bedeutung, über Handlungsoptionen zu diskutieren, wie wirtschafts- und beschäftigungspolitische Perspektiven geschlechtergerecht gestaltet werden können.

Weitere Informationen sowie den Download der Experise.

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